Neuer Ärger beim Bayerischen Staatsballett

Irène Lejeune stellt ihre Unterstützung beim Bayerischen Staatsballett zum Ende der Spielzeit ein

Die Unternehmerin hatte das Ensemble seit 2008 mit insgesamt 1,3 Millionen Euro unterstützt.

Ab Spielzeit 2016/17 wird der russische Tänzer und Choreograf Igor Zelensky neuer Ballettchef in München beim Bayerischen Staatsballett. Das sorgt aktuell für viel Unruhe in der Stadt, besonders weil Zelensky im Vorfeld seiner neuen Tätigkeit zu wenig mit Verantwortlichen und mit der Ballettszene kommuniziert und kaum auf die aktuellen Möglichkeiten und Zustände reagiert. Viele Tänzer mussten oder wollen gehen.

Jetzt steigt auch die Hauptsponsorin aus: Irène Lejeune, seit 2008 Förderin und Botschafterin des Staatsballetts, hat angekündigt, ihre Unterstützung zum Ende der Spielzeit einzustellen.
1,3 Millionen Euro spendete die Computer-Unternehmerin seit 2008 insgesamt - wichtige Zusatzeinnahmen für das Ballettensemble, dessen eigene Haushaltsmittel jährlich 7,3 Millionen Euro betragen.

Lejeune ist dem bisherigen Ballettchef Ivan Liška seit Langem eng verbunden und schätzt dessen Arbeit über die vergangenen 18 Jahre. Mit dem künftigen Ballettchef ins Gespräch zu kommen, habe sie über ein Jahr lang vergeblich versucht, sagt sie. Als es doch zum Treffen mit dem Ballettchef gekommen sei, hat er „nur negativ über das Staatsballett gesprochen - zu wenige Tänzer, zu wenige Vorstellungen", sagt Lejeune laut einem Artikel in der SZ.

Der Verlust des Sponsorings wiegt für das Staatsballett schwer. Denn trotz hoher staatlicher Zuwendungen spielen die privaten Spenden an Staatsoper und -ballett inzwischen eine wichtige Rolle.

Lejeune wird sich weiterhin für Ivan Liška, der im Herbst 2010 das Bayerische Staatsballett II – Junior Company gründete und nach dem Tode Konstanze Vernons im April 2013 die Leitung der Heinz-Bosl-Stiftung übernahm, engagieren.

erstellt am 08.06.2016 von tanznetz.de Redaktion