Plötzlich gegangen

In dieser Woche starb der Tanzhistoriker Roman Arndt

Überraschend und zu früh starb Roman Arndt, Tanzhistoriker am Institut für Zeitgenössischen Tanz der Folkwang Universität der Künste in Essen im Alter von 52 Jahren.

Roman Arndt hatte Tanz, Tanzpädagogik, Literatur- und Theaterwissenschaft und Laban Notation in Polen und Deutschland studiert und war nicht nur in wissenschaftlichen Kreisen sondern auch in künstlerischen und in pädagogischen Bereichen des Tanzes eine integrative und weit vernetzte Person vor allem des zeitgenössischen Tanzes.

Arndt war Tanzhistoriker am Institut für Zeitgenössischen Tanz der Folkwang Universität der Künste in Essen, wo er verantwortlich für das Fach Tanzgeschichte, das Tanzarchiv sowie die Bereiche 'Studien-Organisation' und 'Internationale Kontakte' war.

Seine wissenschaftlichen Projekte befassten sich mit den Themen ‚Rückkehr in die Tradition - Polnischer Tanz der Moderne’ (Krakau, Polen) und ‚Tanz im Exil’ (Wien, Österreich). Sein aktuelles Projekt widmete sich Zeitzeugen und erkundete die persönlichen Erinnerungen der SchülerInnen der Folkwang Tanzabteilung in den Nachkriegsjahren 1956 bis 1968. Außerdem beschäftigte er sich intensiv mit den Lehrmethoden im tanzgeschichtlichen Unterricht für TänzerInnen. Er war Teilnehmer am Panel KörperWissen und Autor für das Arbeitsbuch 3. Biennale Tanzausbildung in Frankfurt.

Als wissenschaftlicher Berater war er tätig für das Kuratorium zur Erarbeitung des Curriculums im Fachbereich Fach Tanz (Sekundarstufe I und II) für das Gymnasium Essen-Werden, am Institut für Schule und Weiterbildung in Soest sowie im Studiengang Tanz an der Ludwik Solski Academy for the Dramatic Arts / Department of Dance Theatre in Krakau.

Außerdem arbeitete Roman Arndt für verschiedene internationale Kulturprojekte als Berater und Organisator, u.a. die Internationale Tanzmesse NRW (1997 bis heute), beim Kongress ‚Wissen schaffen über Tanz’ an der Akademie der Künste, Berlin (2001) und bei der Ausstellung ‚Krokodil im Schwanensee’ - Tanz in Deutschland von 1945 bis zur Gegenwart’ an der Akademie der Künste, Berlin (2003).

Nicht nur die vielen Studenten, denen Roman Ardt auf den Weg geholfen hat, sondern auch ein großer Teil der Tanzcommunity wird Roman Arndt, den immer offenen, fröhlichen und hilfsbereiten Kollegen, Freund, Förderer und Netzwerker des Tanzes sehr vermissen!

erstellt am 28.05.2016 von tanznetz.de Redaktion